Montag, 25. Juni 2012

Katheterpflege

Eine tägliche Katheterpflege ist sehr wichtig um die Gefahr einer aufsteigenden und häufig auch einer chronischen Harnwegsinfektion zu mindern. Ziel ist es, dass der Patient keinen Harnwegsinfekt erleidet und dass Komplikationen frühzeitig erkannt werden.

Pflgegeablauf:
Der Patient wird informiert, die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch. Die Handschuhe werden angezogen. Der Katheter wird von der harnröhre nach unten gesäubert. Alle Verunreinigungen werden sorgfältig entfernt.
Bei männlichen Patienten wird die Vorhaut zurückgeschoben, gründlich gereinigt und dann wird die Vorhaut wieder vorgeschoben. Dies wird einmal täglich oder bei Bedarf durchgeführt, am Besten in Verbindung mit der Grundpflege.
die Katheterpflege wird in die Pflegeplanung dokumentiert, Besonderheiten im Verlaufsbericht eingetragen und dem Team weitergegeben.

Nosokomiale Infektion

Definition:
Eine krankenhausinfektion ist jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die im kausalen Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt steht, unabhängig davon, ob Krankheitssymptome bestehen oder nicht.

Sonderform:
epidemische nosokomiale Infektion:
liegt dann vor, wenn Infektionen mit einheitlichem Erregertyp in zeitlich oder örtlichem Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt nicht nur vereinzelt aufreten.

Welche nosokomiale Infektionen gibt es?
  1. Harnwegsinfektion
    ca. 40-45 % aller nosokomialer Infektionen
  2. Atemwegsinfektionen
    ca. 21 % 
  3. Postoperative Wundinfektion
    ca. 16 %
  4. Sepsis
    ca 1-5 %
-> Restliche 15 % sind Infektionen der Knochen, Gelenke, des Gastrointestinaltraktes, des Genitaltrakts.

Lagerungen (zur Dekubitusprophylaxe)

Wechsellagerungen tragen dazu bei die Würde, das Wohlbefinden und die funktionelle Leistungsfähigkeit der Person zu erhalten. Sie müssen bei allen Patienten mit Dekubitusrisiko durchgeführt werden. so wird Dauer und Ausmaß des Drucks auf gefährdete Körperregionen verringert werden. Bei den Lagerungen müssen Zustand des Patienten und die verwendete Unterlage berücksichtigt werden.

Die Häufigkeit der Wechsellagerungen hängt ab von:
  • individueller Gewebetoleranz
  • allgemeiner Gesundheitszustand
  • Grad von Aktivität und Mobilität
  • der verwendeten Unterlage
  • Behandlungszielen
  • der Beurteilung des Hautzustands
Technik der Wechsellagerung so ausführen, dass:
  • der Druck vermindert oder verteilt wird
  • die Haut keinen Druck- und Scherkräften ausgesetzt wird
  • Hilfsmittel verwenden, die Druck und Scherkräfte vermeiden
  • Pat. sollte angehoben und nicht gezogen werden
  • Vermeidung von Liegen auf Gegenständen
  • Vermeidung von Liegen auf Knochenvorsprüngen
  • 30°-Oberkörper- oder 30°-Seitenlagerung im Wechsel mit Rückenlagerung, sofern es der medizinische Zustand erlaubt
Lagerunghilfsmittel:
  • Schaumstoffmatratzen
  • Wechseldruckmatratzen -> aktive Druckverteilung
  • Druckreduktion an Fersen -> Lagerung über das ganze Bein
  • druckverteilende Unterlagen im Sitzen -> weitere Wechsellagerungen notwendig

Alle Lagerungsmaßnahmen, die Häufigkeit, die verwendete Position und die Ergebnisse müssen dokumentiert werden.

Hygienische Händedesinfektion

Um Krankheitserreger an den Händen abzutöten, ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich, da die Hände das meist benötigte "Arbeitsmittel" sind.

Sie ist notwendig wenn:
  • man ein Zimmer betritt/verlässt
  • man aseptische Arbeiten verrichtet
  • Vor/nach Kontakt mit Wunden
  • Vor/nach Kontakt mit Pat.
  • Vor/nach Gebrauch von Handschuhen
Zur hygienischen Händedesinfektion benötigt man 3 ml des alkoholischen Händedesinfektionsmittel, das man über die trockene Hand verteilt, dass alle Innen- und Außenflächen einschließlich Handgelenke, Fingerzwischenräume und Spitzen, Nagelfalze und Daumen benetzt sind (=30 Sekunden).

Die Händedesinfektion ist der Händewaschung vorzuziehen, da die Keime um ein vielfaches besser abgetötet werden, und dazu die Haut weniger belastet, d.h. es trocknet die Haut weniger aus, als die Waschung.

Atmung

Atemrhytmus: ist die Regelmäßigkeit bzw. Unregelmäßigkeit der Atmung (starkes oder schwaches atmen)

Atemfrequenz: der Normalwert der Atemfrequenz beim Erwachsenen beträgt 12-20 Atemzüge pro Minute.

Tachypnoe: erhöhte Atemfrequenz (> 20 Atemzüge/Min)
Bradypnoe: verlangsamte Atemfrequenz (< 12 Atemzüge/Min)
Dyspnoe: Atemnot, das Gefühl nicht genügend Luft zu bekommen
Apnoe: Atemstillstand

Atemtechnik:
-> Inspiration = Einatmung
-> Exspiration = Ausatmung

Atemtiefe: Bauchatmung / Brustatmung

Atemintensität: die Tiefe der Atmung






Atemgeräusche:
  • Schnarchen
  • Giemen
  • Rasseln
  • Schluckauf
  • Stridor
  • exspiratorisches Stöhnen

Atemgeruch:
  • Azetongeruch
  • Fäulnisgeruch
  • Eitergeruch
  • Ammoniakgeruch
  • Poetor uraemivus
  • Poetor hepaticus
-> Der Atem ist in der Regel (fast) geruchlos. ein unangenehmer Atemgeruch ist ein Krankheitszeichen!!!

Thrombose

Blutgerinnung führt zur Bildung eines Blutpfropfs und somit zum partiellen oder kompletten Gefäßverschluss. Am häufigsten im venösen Gefähssystem, in den Beinen ->Phlebothrombose

Symptome:
  • Schwellung, Spannung
  • Farbveränderungen
  • Überwärmung
  • Schmerz
Entstehung:
  • Verlangsamte Blutströmung -> je langsamer das Blut fließt, desto besser können sich Thrombozyten an der Venenwand anlagern
  • Gefäßwandschaden -> löst eine Thromozytenaggregation aus
  • Erhöhte Gerinnungsneigung -> bestimmte Medikamente, nach OP
 Ziele:
  • venösen Rückfluss steigern
  • Gefäßwandschaden vorbeugen
  • Gerinnungsbereitschaft des Blutes senken
 Maßnahmen:
  • (Früh-) Mobilisation
  • Lagerung, steigert den venösen Rückfluss
  • Ausstreichen der Venen, Rückstrom wird unterstützt
  • Venenkompression, oberglächliche Venen werden komprimiert, so dass das Blut in den unteren Venen schneller fließt. Venenklappenfunktion wird verstärkt.

Merkmale der MTS:
  • Besonderes Material: Kompression wird gewehrleistet
  • Farbcodierung: Hinweis auf die Größe
  • Gummierung: (am Oberschenkel) verhindert das rutschen
  • Sichtfenster: (an den Zehen) Durchblutungskontrolle
  • Eingestrickte Ferse: besserer Sitz
 MTS anziehen:
  • nach 20 minütiger entstauender Lagerung der Beine
  • Strumpf ohne Fußteil auf links ziehen, Fußteil anziehen
  • Strumpf über die Ferse bis zur Leistenbeuge hochziehen
  • Sitz kontrollieren
  • nach ca. 30-60 min Durchblutungskontrolle
 Pflege und Beobachtung des Patienten mit MTS:
  • Information zur guten Zusammenarbeit
  • Hautpflege (Haut trocknet aus, Juckreiz)
  • Beobachtung der Haut auf Druckstellen, Durchblutung, allerg. Reaktion
  • MTS mind. alle 2-3 Tage wechseln/Materialkontrolle
 Keine MTS bei:
  • Pat. mit arterieller Venenerkrankung
  • Pat. mit Herzinsuffizienz
  • Pat. mit Fersendekubitus

Dekubitus

Druckgeschwür: Schlecht und langsam heilende Wunde infolge Minderdurchblutung bei fehlender Druckentlastung. Keine Eigenständige Krankheit, sondern meist durch Immobilität verursacht.

Dekubitusentstehung:
3 Faktoren:
  • Druck (Auflagedruck)
  • Zeit (Druckverweildauer)
  • Disposition (Risikofaktoren)
Bei einem gewissen Druck über eine längere Zeit, bei einer Disposition, kommt es zu einer Schädigung der Haut. Ein Faktor allein führt nicht zum Dekubitus.

Druck:
-> von Außen: z.B. Falten im Bettlaken, ungepolsterte Lagerungsschienen, Katheter und Sonden
-> von Innen: Knochen, die ohne Muskel- und Fettpolster unter der Haut liegen.
Zeit:
-> wird die Ernährung der Hautzellen weniger als 2 Stunden unterbrochen, können sie sich erholen. Ansonsten sterben Zellen ab --> Nekrose!
Disposition:
->Die Haut wird z.B. geschädigt durch:
  • Fieber: Schweiß trocknet den Körper aus -> erhöhter Sauerstoffverbrauch
  • Feuchtigkeit: Feuchte Haut weicht auf und ist dadurch anfälliger
  • Inkontinenz: Haut wird durch Feuchtigkeit, den sauren pH-Wert des Urins und evtl. durch bakterielle Kontamination belastet
  • Adipositas: Patienten schwitzen stärker, das Gewicht auf der Haut ist größer
  • Scherkräfte: die "schiefe Ebene" bei falschem Sitzen zerrt an der Haut
-> Die Haut wird schlecht durchblutet bei Anämie, Herzinsuffizienz und bei Diabetes mellitus

Maßnahmen zu Dekubitusprophylaxe:
Da Druck die Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus ist, hat die Entlastung gefährdeter Körperstellen oberste Priorität, z.B. durch Mobilisation, Lagerung und Lagewechsel
Vorkehrungen wie Haupflage oder Durchblutungsförderung können Maßnahmen ergänzen, aber nicht ersetzen. Dazu werden weitere Risiken ausgeschaltet, z.B. Inkontinenz

Ein Dekubitus ist eine gefürchtete Komplikation längerer Immobilität. Aus der Hauptursache "Druck" folt als oberstes Ziel die Druckentlastung gefährdeter Hautbezirke. eine regelmäßige Überprüfung ob die geplanten und durch geführten Maßnahmen ausßreichen, sichert den Erfolg!!!